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Die sonderbare Welt des Herren A. S. Perger

 

Vor einigen Monaten, es muss so Mitte Oktober, Anfang November 2019 gewesen sein, hörte ich tief in der Nachts ein kurzzeitig lautes hektisches flattern eines, meiner Wahrnehmung nach, recht großen Insektes in meinem Schlafraum. Erschreckt aber doch leicht neugierig sprang ich mutig auf, ergriff die Taschenlampe begab mich auf die Jagd und leuchtete und suchte und leuchtete usw. Nach ca. 10 - 15 Minuten intensiver Beleuchtung, ich hatte schon angst meine Nachbarn würden hier einen Einbrecher vermuten, hatte ich leider nur Staub zu Gesicht bekommen - sonst nix!

Leicht verwirrt beendete ich die Fahndung und begab mich etwas frustriert wieder auf mein Nachtlager. Am nächsten Morgen kam der nächtliche Vorfall etwas diffus und Traum schwer daher und war dann auch schnell vergessen.

 

  In der folgenden Nacht dasselbe Prozedere, wieder flatterte ein Insekt laut irgendwo in meinem Schlafraum umher und ich konnte es wieder nicht ausfindig machen, es war zum Mäusemelken.

So ging es zwei vielleicht drei Nächte lang und dann unerwartet Stille, kein lautes flattern mehr, ich hatte schon auf nächtliche halluzinogene Wahrnehmungen spekuliert und verschämt nach einen Psychotherapeuten gegoogelt.

 

  Mit fortschreitender Zeit geriet das nächtliche flattern in unterschwellige Vergessenheit und das sei auch gut so, dachte ich! Aber ich hatte, wie schon des Öfteren, die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn so richtig ad acta gelegt hatte ich den Vorfall noch lange nicht und er rumorte im Untergrund weiter. Grund ich hatte für das Nächtliche Theaterstück keinerlei schlüssige Erklärung gefunden und das Wurmt einen Menschen wie Herrn A. Sperger nun doch sehr.

 

  Eines schönen hellen Tages im darauffolgenden Dezember geschah dann etwas Außergewöhnliches. Ich steuerte unterbewusst auf meine Wohnzimmertür zu und beobachtete mich kritisch dabei wie ich mich bückte und gezielt in das Schlüsselloch schaute. Welcher normale Erdenbürger kommt denn auf solch eine abgefahrene Idee?

Zu meinem Erstaunen sah ich ein graues Wesen quer im Schlüsselloch sitzen, liegen, oder stehen? Keine Ahnung jedenfalls gab es da, im Schlüsselloch, ein unbewegliches dickes graues Dings mit Augen und großen Fühler. Irgendwie leicht verwirrt nahm ich es ohne große Aufgeregtheit zu Kenntnis, schüttelte verwundert mehrmals den verwirrten Kopf und mir war klar, da hat sich wohl was versteckt. Aber da es nicht gefährlich anmutete, ließ ich es da wo es ist und hatte es auch bald wieder vergessen, es stört ja niemanden.

Auf die glorreiche Idee, dass dieses Schlüssellochmonster der Grund des nächtlichen geflatters war kam ich irgendwie nicht. (Synapsen Blockade)

 

01.02.2020 ca. 10:30h, sitzt da doch tatsächlich ein beträchtlich grauer Käfer auf der Fensterbank in meinem Badezimmer und schaut mich mit großen fragenden Augen an, hebt plötzlich ab und knallt volle Lotte gegen das Fensterglas. Flatter, Flatter, Flatter, ich - oh das Geräusch kennst du doch schon länger. Großmütig wie ich nun mal so bin, öffnete ich ihm das Fenster und Schwupps weg war er. Mit einem vorausahnenden Schmunzeln aber dann doch mit einem etwas ungläubigem Blick, bewegte ich mich auf das, als ganz banales Schlüsselloch bekannte Winterquartier zu und kroch beinahe voller Neugierde hinein,  – LEER!

 

Super Winterquartier immer schön trocken, mollig warm & gute Musik, Käferherz wat willsde mehr.

 

  Käferkollege A. S. Perger wünscht dir eine fantastische Reise,

kreuz und quer durch einen warmen und sonnigen Frühling!

 

Mein kluger Mitbewohner in seinem "Schlüssellochhotelzimmerchen" hört auf den beeindruckenden lateinischen Namen: 

„Macroglossum“ oder  auch „Taubenschwänzchen“ und gehört zur Gattung der nachtaktiven Schmetterlinge.

©Rainer Karl Westerfeld 04.02.2020